Dance for all
Viele ehemalige Tänzer träumen davon, ihre Bewegungskunst dem Nachwuchs weiter zu geben.
Philip Boyd und die ehemalige Primaballerina Phyllis Spira haben sich mit Dance For All diesen Traum erfüllt.
Noch während der Apartheid begannen sie 1991 damit jugendliche schwarzafrikanische Bewohner in Townships von Kapstadt für klassisches Ballett zu gewinnen.
Seit dieser Zeit bieten sie den Kindern und Jugendlichen von Kayelitsha, dem größten und ärmsten Township mit zwei Millionen Einwohnern, regelmäßigen Tanz-Unterricht, um ihnen ein Leben jenseits der Straße zu ermöglichen. Auf dem Stundenplan steht Ballett, aber auch afrikanischer Tanz oder zeitgenösischer Hip Hop.
Mittlerweile hat Dance For All eine professionelle Ballett-Kompanie aufgebaut und jungen Talenten berufliche Perspektiven geschaffen.
Der gleichnamige Dokumentarfilm von Elena Bromund und Viviane Blumenschein erzählt die Geschichte von vier dieser jungen ambitionierten Tänzer/innen.esc
Der Film ist eine gelungene Komposition von starken Tanzszenen, poetisch aufgelösten Bilder von Kayelitsha verwoben mit liebevoll erzählten Geschichten der Protagonisten Theo, Nqaba, Zandile und Vuyelwa aka Miss Happy.
Klassisches Ballett und afrikanischer Lebensstil - wie geht das zusammen?
Die Ballettschüler lernen Disziplin und Durchhaltevermögen und gewinnen dadurch Selbstvertrauen und Kraft um in ihrer Umgebung zu leben und zu überleben.
Aber die größte Sehnsucht der jungen Tänzer ist, es raus aus den Townships in die große weite Welt zu schaffen.
Während zwei der Tänzer ein Stipendium nach San Francisco erhalten und sich auf ihre erste Reise ins Ausland begeben, bereitet sich die Truppe in der Heimat Kapstadt auf den großen Auftritt im ArtsCape Opera House vor.
Die glanzvollen Momente auf der Bühne erlauben den Tänzern der temporär den alltäglichen sozialen Problemen zu entfliehen, denen sie nach der Vorstellung wieder konfrontiert sind.
Die größte Herausforderung für Philip Boyd und Phyillis Spira ist, die jungen Ballett-Profis zum Bleiben und Weitermachen zu motivieren.
Dance For All kann nicht alle Talente halten, aber durch regelmässige Programme in den Städten und abgelegenen Dörfern Südafrikas entdecken sie immer wieder junge Nachwuchsballerinas, denen sie Hoffungen geben für ein besseres Leben.
Seit diesem Jahr hat die Organisation einen festen Sitz in Athlone/Kapstadt, dank großzügiger Spenden der Ackerman Family Foundation - die neue Tanzschule verfügt über drei große Tanzsäle, sechs Büros, einer Kostümumkleide, einen Besprechungsraum und eine Kantine.
Dance For All hat viel bewegt mit der langjährigen interkulturellen Tanzarbeit und in gewisser Weise klassischem Ballett ein neues Gesicht gegeben.