King Leopold's Ghost - Der Film

Pippa's Scott Dokumentarfilm "King Leopold's Ghost" basiert auf dem gleichnamigen Bestseller, einem Geschichtsbuch von Adam Hochschilod.

Der gut-recherchierte Film rekonstruiert die Geschichte der systematischen Ausbeutung von Kongo seit der gewaltsamen Übernahme von König Leopold II. im Jahre 1885.

Die sehr informative und detaillierte Geschichte wird erzählt von Oscar-Preisträger Don Cheadle und ist gespickt mit Zitaten von König Leopold II., George Washington William, William Henry Sheppard, E. D. Morel und vielen Interviewsequenzen mit O-Tönen von Experten und Zeugen. William, Sheppard und Morel kurbelten eine der größten Menschenrechtskampagnen des ausgehenden 19. Jahrhunderts an. Dramatische Musik, eine enorme Menge an Archivmaterial und aufwendig gedrehte Bilder veranschaulichen die grausame Vergangenheit des Kongo.

Gierig nach politischer und wirtschaftlicher Macht, fühlte sich König Leopold II. dazu berufen den Kongo zu kolonialisieren. Nachdem Henry Morton Stanley von seinen ersten Expeditionen zurückkehrte und die Engländer kein Interesse an einer weiteren afrikanischen Kolonie hatten, nutzte Leopold II. seine Chance und ließ die äquatorialen Gebiete besetzen.

Er schickte Expeditionen in abgelegene Dörfer, wo analphabetische Stammeshäuptlinge gezwungen wurden Dokumente zu unterzeichnen. Diese Enteignungs-Verträge nahmen den Stämmen alles, deren Land, deren Rechte und deren Freiheit.
Dennoch behauptete König Leopold II., dass sein Anliegen im Kongo ein humanitäres sein - er wolle das Land von der Sklaverei befreien.
Der schlaue Belgier, ein Mann ohne Bedeutung auf dem internationalen oder politischen Parkett, konnte sich auf diese Weise auf der Berliner Kongokonferenz seinen "Privatbesitz" anerkennen lassen und nannte das Land fortan Congo Free State.

Welch ein grotesker Name für ein Land, welches Joseph Conrad in einem der meist gelesenen Bestseller jener Zeit als "Herz der Finsternis" beschrieb - denn unter dem Regime von Leopold II. war der Kongo die Hölle auf Erden. The Kongolesen, welche von der Besatzungsmacht nicht als vollwertige Menschen anerkannt wurden, wurden mit Gewalt dazu genötigt, Rohstoffe wie Kautschuk oder Elfenbein zu fördern.
Um die Bevölkerung zu dieser unwürdigen Sklavenarbeit zu zwingen, wurde eigens eine Armee mit einheimischen Kräften namens Force Publique gebildet, die innerhalb von wenigen Jahren 19.000 Mann stark wurde.
Eine weitere unrühmliche Leistung des Regime war der Aufbau einer Kinderkolonie, wo erste Prototypen von Kindersoldaten trainiert wurden.
Diese Kinder wurden allesamt zu Waisen, als deren Eltern während der Gummi-Offensive von der Force Publique umgebracht wurden.

Widerstand wurde schwer bestraft. Die gängigen Methoden waren Peitschenhiebe, die oft zum Tode führten oder das Abhacken von Händen.
Zahllose Morde dienten zur Abschreckung.
Dennoch starben die meisten der etwa 10 Millionen Opfer and den Folgen von Erschöpfung, Hunger und Krankheit.

Als König Leopold, der nie selbst den Kongo besuchte, starb, setzte sich das Leiden fort. Nur kurz nach der ersten demokratischen Wahl wurde der Hoffnungsträger Patrice Emery Lumumba im Auftrag der USA und Belgien ermordet, da er als sozialistische Gefahr eingestuft wurde.
Schließlich übernahm der Exzentriker Mobutu die Macht des Landes, welches er Zaire umbenannte.

In den letzten Jahrzehnten wechselten die Machthaber, aber der Geist von König Leopolds ist immer noch allgegenwärtig. Der von der Weltöffentlichkeit nur am Rande wahrgenommene Bürgerkrieg forderte mehr als drei Millionen Opfer und setzt sich in Teilen des Lands immer noch fort. Das Leid hat bis heute kein Ende gefunden in dem zerrütteten demoralisierten Land Kongo, wo noch immer Rohstoffe unter unmenschlichen Bedingungen gefördert werden - für das Wohl der globalen Wirtschaft. Unter anderem stammt das für die Herstellung von Computern und Handys unverzichtbare Koltan zum größten Teil aus dem Kongo.

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