Entwicklungshilfe per Mausklick

Kennen Sie Kiva? Der Begriff stammt ursprünglich aus der Sprache der Hopi und bezeichnet einen Zeremonien- und Versammlungsraum der Pueblo-Kulturen. Dulce Maria Benegas Alvarez aus Honduras verbindet damit jedoch die konkrete Hoffnung auf bessere Einkommensbedingungen. Seit mehreren Jahren verkauft sie in einem kleinen Laden Spielzeug und andere Plastikartikel. Nun hat sie die Chance, Eigentümerin des Geschäftes zu werden. Doch hierfür bräuchte Sie einen Kredit über 750 US $. Mit der Hilfe von Kiva könnte dies gelingen.

Denn im Oktober 2005 hatten Matt und Jessica Flannery, die Leiter des gemeinnützigen Unternehmens, die Idee, Kleinstkredite an Unternehmer in Entwicklungsländern per Mausklick zu ermöglichen. Nach einem Testlauf für den die Gästeliste der Hochzeit von Matt und Jessica benutzt wurde, konnten in kurzer Zeit mit einem Anfangskapital von 3.000 US $ mehrere Mikrobetriebe in Uganda finanziert werden. Inzwischen werden etwa 15.000 Unternehmer mit einer Gesamtsumme von 10 Mio. US $ unterstützt.

Kreditvergabe ohne Zwischenstationen

Das System der Kreditvergabe ist einfach: die Internetseite von Kiva fungiert als Handelsplatz für Kreditnehmer und –geber. Überwiegend sind es Frauen, die dort ihre Unternehmensprojekte vorstellen und die Höhe des benötigten finanziellen Bedarfs angeben. Mit einem Mausklick kann der jeweilige Spender ohne komplizierte Zwischenschritte direkt Empfänger und Summe seines Privatkredits festlegen. Mit 25 US $ ist man bereits dabei. Die Rückzahlungssicherheit liegt bei 99 Prozent, die Rückzahlungsdauer ist wiederum individuell festgelegt. Die Kreditwünsche der Unternehmer liegen zwischen ca. 400 US $ und 1.200 US $. Im Moment verwaltet Kiva etwa 78.000 Verleiher – seit einiger Zeit auch aus Deutschland.

Die zinsfreien Darlehen werden gebündelt und mithilfe von ortsansässigen Mikrofinanz-Institutionen an die Unternehmen weitergeleitet. Meist wird das gewährte Darlehen nach seiner Rückzahlung vom Spender erneut in andere Projekte investiert. Einen reibungslosen Ablauf der einzelnen Projekte garantiert auch die Unterstützung Kivas durch Firmen wie PayPal, YouTube, My Space, Google und Microsoft.

Kritisiert wird das US-amerikanische System der individualisierten Entwicklungshilfe von Seiten der Banken und Experten der Finanzszene: Neben dem Vorwurf, erneut Abhängigkeiten von westlicher Hilfe zu schaffen, warnen die Experten vor einem schlechten Einfluß auf das Bankensystem der betreffenden Regionen. In der Regel können die lokalen Banken mit dem niedrigen Zinssatz von Kiva nicht mithalten. Kiva begegnet diesem Urteil offensiv: Unterstützung für einzelne Unternehmen ist nur im kurzfristigen Bereich geplant und soll helfen, die schwachen Finanzstrukturen vor Ort aufzubauen.

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Details zu dem in San Francisco ansässigen gemeinnützigen Unternehmen Kiva

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