Stop Genitalverstümmelung
Der deutsch-österreichische Hilfsverband WADI e.V. arbeitet seit 1992 in der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Nahen Osten. Neben Projekten in Israel, Jordanien und Syrien liegt der regionale Schwerpunkt auf dem Nordirak.
Hilfe zur Selbsthilfe ist das Erfolgsrezept von WADI, denn es geht darum konkrete Hilfe mit Rechten und Fähigkeiten des Einzelnen zu verbinden -
Der gemeinnützige Verein setzt sich insbesondere für Frauen ein, die durch Traditionen und Glauben innerhalb ihrer Gemeinschaft benachteiligt sind.
Mit den Spendengeldern werden Kampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung, Gesundheitsprojekte, öffentliche Aufklärungsprogramme gegen häusliche Gewalt an Frauen und Mädchen, Aus- und Weiterbildungen für Frauen, Frauenschutzhäuser und Frauenzentren unterstützt und realisiert.
Dank eigen initiierten kommunalen Radiostationen und einheimischen mobilen Einheiten können auch Frauen in abgelegenen Bergregionen erreicht werden.
Um gerade in Krisengebieten wie dem Irak für mehr Freiheit, Frieden und Demokratie zu kämpfen, setzt die NGO auf die Arbeit mit Jugendlichen, denn der Bevölkerungsdurchschnitt ist nicht älter als 19 Jahre. Auch Flüchtlingshilfe und die Resozialisierung von Strafgefangenen gehört zu den Aufgaben von WADI.
Insgesamt ist das Ziel der Organisation die jeweilige Gemeinschaft für ihre gesellschaftlichen Probleme zu sensibilisieren und den dort lebenden Menschen zu helfen, sich selbstständig und unabhängig zu organisieren.
Vorbildlich ist Offensive gegen die Genitalverstümmlung im irakischen Teil Kurdistans - innerhalb von zwei Jahren ist es einer kleinen unabhängigen Organisation wie WADI mit www.stopfgmkurdistan.org gelungen, mehr als 14.000 Unterstützer zu gewinnen. Für die Gesetzesinitiative zum Verbot der FGM (Female Genital Mutilation) findet der Verband tatkräftige Unterstützung von regional prominenten Politiker(inne)n, wie der Staatssekretärin für Frauenangelegenheiten, Dr. Jinan Qasim, der Sprecherin der Parlamentarierinnengruppe, Pachschan Zangana oder dem Parlamentspräsidenten Adnan Mufti.
Solch ein Gesetz wäre im Nahen Osten einzigartig und als großer Erfolg zu werten, bedenkt man dass etwa zwei Drittel der Frauen in der Region Opfer dieser grausamen Verstümmelungs-Praxis sind.
Unverständlich ist, weshalb das ambitionierte Projekt zum Schutz muslimischer Frauen weder von der UN, noch von der EU unterstützt wird, trotz dass Aufklärungsarbeit zum Thema Genitalverstümmelung auf deren Agenda steht und Mittel zur Prävention vorhanden sind.
WADI e. V. kritisiert die Bundesregierung für die ungerechte Verteilung der Gelder für Entwicklungshilfe und fordert von Angela Merkel statt zweistellige Millionenbeträge in die Wirtschaftsmacht China zu pumpen, angemessene Mittel für Material und Logistik zum Wiederaufbau für zerrüttete Kriegsgebiete, wie dem Nordirak, bereit zu stellen.
Doch zum angeblichen Schutz des Islam bevorzugt man hierzulande die Strategie, sich lieber nicht einmischen in Glaubensangelegenheiten und nimmt damit in Kauf, dass nach wie vor täglich junge muslimische Mädchen sinnlos verbluten oder ein Leben lang unter den Folgen der Genitalverstümmlung zu leiden haben.